Jetzt oder nie

Adventzeit. Fast jeder Erwachsene überlegt, was er einem Kind zu Weihnachten schenken soll. Diverse Medien schütten uns mit Vorschlägen zu, Freunde und Verwandte prahlen mit ihren Warenkörben. In unserem Kellerabteil stapeln sich Ritterburgen inklusive Ritterfiguren, nicht mehr funktionsfähige ferngesteuerte Autos und diverse Kisten mit Puzzles und halb zerstörten Legogestalten. Womit haben unsere Kinder am liebsten gespielt? Wenn ich zurückdenke, dann waren unsere Kinder an Nachmittagen und Wochenenden gefühlte 100% mit Spielsport in unserem Garten oder bei Freunden beschäftigt. Irgendwelche Bausätze hatten eine Lebensdauer von ein bis zwei Tage (bis sie halt aufgebaut waren), Bälle wurden so lange bespielt bis die Luft draußen war. Schöne Grüße vom Rosenstock unserer Nachbarin.

Jetzt, wie in der Überschrift angekündigt, der ultimative Geheimtipp für Weihnachten: Schenke deinem Kind doch einen Eishockeystock. Dieses Geschenk – ab 30 Euro im Fachgeschäft erhältlich – wird das Leben des Kindes verändern. Kein Geschenk, das nach einmal zusammenbauen lieblos ins Eck gestellt wird, kein Geschenk, das das Nichtbewegen des Kindes fördert, wie zum Beispiel elektronische Spiele.
Im Gegenteil!
Im Wohnbereich oder außerhalb des Hauses können Tricks (Aufpeppeln eines Balles, Dribblings (auch 8er Schleife um die Füße der Mutter…), Passen und Schießen geübt werden. Paradiesisch wird die Situation, wenn die Nachbarskinder ebenfalls mit einem Eishockeystock auftauchen und plötzlich wie aus dem Nichts ein Match mit einem Tennisball organisiert wird.

Alle Spielsportler kennen diese Momente des größten Glücksgefühls, wenn dich das Spiel so vereinnahmt, dass du Zeit und Raum einfach vergisst. Dieses großartige Flowgefühl, bei dem es nur um das Spiel selbst geht – nicht um Sieg oder Niederlage. Keine Gedanken an die Probleme des Alltags. Eine schöne Lebenserfahrung, die wir unseren Kindern erlebbar machen sollten (nebenbei bemerkt zeichnet die erfolgreichsten Trainer diverser Sportarten aus, dass sie ihre Athleten erfolgreich helfen in den Flowzustand zu kommen). Wenn Kinder gerne mit dem Stock spielen und ihre Augen-Hand-Koordination unbewusst verbessern, dann werden sie sicher auch mit dem Eislaufen beginnen wollen. Eine Bewegung auf ungewohntem Untergrund, die ganz besonders die neuronale Vernetzung fördert und damit sehr wertvoll für deren Entwicklung ist. Beides zusammen macht dann Eishockey so reizvoll und fordernd. Dieses positive Gefühl, diese Glücksmomente die man insbesondere beim Eishockey erlebt, sind sicher auch der Grund, weshalb Matthias Trattnig nach seiner Zeit als Profi des EC Red Bull Salzburg mit dem Projekt „Eishockey 1 x 1“ Kinder für Eishockey begeistern möchte. Das kommende Schnuppertraining findet am 16. Dezember in der Salzburger Eisarena statt (alle Infos & die Anmeldung>> http://bit.ly/Eishockey1x1).

Entscheidend beim Sport im Volksschulalter ist, dass den Kindern viele verschiedene Bewegungsmöglichkeiten angeboten werden. Übrigens empfiehlt die Europäische Union für Kinder zumindest 60 Minuten tägliche Bewegung um gesund zu bleiben. Wenn das Kind ein sportlicher Erwachsener werden soll, dann sind sich Sportwissenschaftler einig: 20 Stunden pro Wochen sind das Maß der Dinge damit eine entsprechende allgemein motorische Grundlage gebildet werden kann. Jedoch sind bei diesen täglichen drei Stunden alle Bewegungsarten inkludiert (vom geführten Training bis zum Spaziergang in die Schule oder Baumklettern).

Bei der Eishockey-Instruktorausbildung durch die BSPA Wien beschreibt Georg Mrkvicka den Prozess sehr einprägsam: Wenn die Sportlerkarriere durch einen Baum dargestellt wird und die großen, langen Äste die Stärke in der Spezialdisziplin (Eishockey, Fußball, usw…) sind, dann ist ganz klar, dass der Baum entsprechend starke, breite Wurzeln benötigt, damit er auch bei Sturm (im fordernden Wettkampf) stabil stehen kann. Und die Wurzeln stellen die motorischen Grundbewegungsarten und koordinativen Fähigkeiten dar.

Doch kommen wir zum Anfang zurück. Der Stock, den sie ihrem Kind zu Weihnachten schenken, sollte ihm bis zum Kinn reichen (fürs Spielen zuhause, ohne Eislaufschuhe). Als Spielgerät tut`s ein gebrauchter Tennisball. Viel Spaß!
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P.S.: Zum Kauf des Eishockeystockes: Im Handel werden „linke“ und „rechte“ Stöcke angeboten, wobei die Biegung der Schaufel gemeint ist. Bei einem linken Stock ist die Schaufel von oben gesehen nach rechts gebogen. Die rechte Hand ist am Stockende, die linke Hand hält weiter unten den Schaft. Egal ob Rechts- oder Linkshänder, etwa 2 von 3 Menschen benötigen einen linken Stock. Bei Kindern ist die Seite relativ einfach herauszufinden, wenn man sie zum Beispiel imaginär oder real mit einen Besen wischen lässt. Die untere Hand am Besen ist die Seite, die die Seite des Schlägers angibt.

Gute Links:
Der Verein in deiner Nähe:
http://www.eishockey.at/de/eishockey-ist-meins/vereine/

Schnuppertraining in Salzburg, Eishockey 1×1
http://bit.ly/Eishockey1x1

Vereinbarkeit von Sport & Schule in Ostösterreich
http://www.enz-o.at


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